Die Okertalsperre bei Schulenberg im Harz

Die Okertalsperre ist eine der größten und berühmtesten Talsperren im Harz. Genau genommen liegt der Okerstausee nicht bei Schulenberg, sondern in Schulenberg. Im Sommer 1954 packten die rund 300 Bewohner der Ortschaft ihre Sachen und verließen ihr Dorf, damit des geflutet werden konnte. Das Ganze hatte natürlich auch einen Grund. Durch die Schneeschmelze vergangener Winter wurden solche Wassermengen aus dem Mittelgebirge gespült, dass es in umliegenden Orten zu Überschwemmungen kam. Damit dies zukünftig verhindert werden sollte, wurde die Oker hinter Schulenberg mit einer circa 75 Meter hohen Betonmauer gestaut. Diese Entscheidung wurde bereits mehrere Jahrzehnte vor der Umsetzung getroffen. Seitdem durfte dort nicht mehr gebaut werden, weder neue Häuser noch Umbauten. Der Bau der Staumauer begann erst im Jahr 1938 und ruhte während des Zweiten Weltkriegs.

Weitere Zahlen und Fakten

Okerstausee in Die Okertalsperre bei Schulenberg im HarzDie Wasseroberfläche der Talsperre beträgt ungefähr zwei Quadratmeter. Die Staumauer ist circa 260 Meter lang. Das Gewässer ist insgesamt 225 Hektar groß und kann bis zu 47 Millionen Kubikmeter Wasser stauen. Es dient übrigens zur Trinkwassergewinnung, Stromerzeugung und auch der Wasserregulierung.

Die Sage um den alten Ort

Das neue Schulenberg liegt mit über 400 Metern über dem Meeresspiegel höher als der alte Ort. Er ist sogar höher als der Stausee und bietet seinen Bewohnern einen schönen Blick darauf. Obwohl alle Gebäude des alten Dorfes abgerissen worden sind, heißt es, dass die Kirchturmspitze bei niedrigem Wasserstand zu sehen und angeblich das Läuten der Glocken zu hören sei. Jedoch soll es nie eine Kirche in dem Arbeiterdorf gegeben haben. Bei sehr niedrigem Wasserstand können allerdings alte Mauerreste auftauchen.

Freizeitangebot am Stausee

An dem Okerstausee kann man sich sowohl im Winter als auch im Sommer amüsieren. Während im Winter das Skifahren im Vordergrund steht, kann man im Sommer dem Wassersport nachgehen, auch beliebt ist baden, angeln und tauchen. Wer sich die Überreste des alten Schulenbergs beim Tauchen anschauen möchte, muss mit einer Tiefe von 20 Metern und dadurch mit völliger Dunkelheit dort unten rechnen. Ohne Taucherfahrung ist es nicht so empfehlenswert. Man kann auch mit dem einzigen Motorschiff, das die Talsperre befahren darf, mitfahren. vom Wasser wandern oder mit dem Mountainbike fahren. Wer möchte, kann am Stausee sogar übernachten, am Rand des Sees gibt es einen Campingplatz. Wir sind im Sommer, wenn es warm ist, ab und zu am Stausee, um uns abzukühlen. Man ist zwar nie lange völlig allein, aber es ist nicht so überfüllt, wie in Freibädern und man ist halt in der Natur.