Gesunde Ernährung

Wie eine gesunde Ernährung auszusehen hat, definiert jeder für sich anders. Der eine mag es ausgewogen und abwechslungsreich, der nächste verzichtet auf tierische Produkte und isst nur pflanzlich, wieder ein anderer verzichtet auf bestimmte Lebensmittel, entweder freiwillig oder weil Allergien vorhanden sind. Es gibt so viele Ernährungsformen, sie alle aufzuzählen, ist fast unmöglich.

Du bist, was du isst

Ich habe auch schon einige Formen ausprobiert. Dazu gehört natürlich eine ganz normale Ernährung, Low Carb, also kohlenhydratarm und seit einem halben Jahr verzichte ich bewusst auf Industriezucker, Gluten und Laktose. Zucker und auch Weißmehlprodukte versuche ich schon seit einigen Jahren aus dem Weg zu gehen, seit eine Glukosetoleranzstörung bei mir festgestellt wurde. Das bedeutet, Zucker lässt meinen Blutzucker schnell ansteigen, nach zwei bis drei Stunden sinkt er aber rapide ab und mir geht es dann nicht gut.

Ein Leben ohne Zucker? Geht das?

Die Frage höre bzw. lese ich häufiger. Sie ist auch berechtigt, wenn man bedenkt, wo überall Industriezucker enthalten ist. In jeglichen Fertigprodukten ist haufenweise Zucker enthalten und nicht immer steht nur „Zucker“ drauf. Es gibt ja noch viele weitere Begriffe, hinter denen eigentlich nur Zucker steckt (Saccharose, Dextrose, Fructose …). Selbst wenn man nur auf Süßigkeiten verzichtet, würde man immer noch eine Menge Zucker zu sich nehmen.

Wer auf Zucker verzichten will, muss alles selbst aus frischen Zutaten zubereiten. Selbst in Brot und normaler Wurst ist welcher drin. Das heißt, wenn man sich ein Wurstbrot schmiert, was eigentlich herzhaft sein soll, isst man auch Zucker. Auf Süßigkeiten zu verzichten fiel mir am Anfang wirklich schwer, speziell Eis und Schokolade, mittlerweile ist mir der ganz normale Süßkram aber viel zu süß. Das habe ich vor einiger Zeit gemerkt, als ich nach Jahren einen Bissen von einem gekauften Stück Kuchen probiert habe. Der Verzicht von Zucker verbessert nämlich den Geschmackssinn. Das macht sich auch beim Würzen bemerkbar. Sachen, die ich früher als normal gewürzt bezeichnet hätte, kriege ich heute kaum runter, speziell beim Salz. Das durfte ich schmecken, als ich statt naturbelassener Pistazien gesalzene gegessen habe.

Im Grunde geht es ganz gut, ohne Zucker auszukommen. Zum Süßen kann man Obst oder Stevia nehmen. Es gibt ja auch Xylit (Birkenzucker), das habe ich allerdings noch nicht probiert, da es bei übermäßigem Verzehr zu Durchfall kommen kann und es wohl genau so süß ist wie Zucker. Bisher kam ich auch ohne aus. Es reizt mich aus guten Lebensmitteln leckere Speisen zu zaubern, deshalb ist auch meine Instagram-Seite heidis_schlemmeria entstanden. Nach und nach entstehen immer mehr Rezepte, die aus zuckerfreien glutenfreien und laktosefreien Produkten zubereitet werden. Einen Teil davon wird es nach und nach in diesem Blog geben.

Ein paar „zuckerbelastete“ Dinge fehlen mir ab und zu schon. Da wären Graved Lachs und ab und zu Wurst. Deshalb gönne ich mir alle paar Wochen etwas Lachs oder auch mal Wurst. Ich genieße es und sehe es als etwas Besonderes an.

Gesundheitliche Wirkung

Solange man gesund ist, macht man sich nur wenig Gedanken darüber, welchen Einfluss die Ernährung auf die Gesundheit haben kann. Klar, jeder weiß, dass man von einer ungesunden Ernährungsweise krank werden kann. Erst wenn das passiert ist, denkt man darüber nach, wenn überhaupt. Vor zehn Jahren bin ich an Borreliose erkrankt und leide nach einigen Antibiotika-Therapien noch heute darunter (auf das Thema möchte ich jetzt nicht weiter eingehen, mehr dazu gibt es auf meiner Autorenseite).

Ich bin davon ausgegangen, dass eine normale ausgewogene Ernährung in Kombination mit den Tabletten ausreicht. Heute weiß ich, dass es nicht so ist. Die Ernährung kann eine große Rolle dabei spielen, die Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Genau deshalb habe ich meine Ernährung ein weiteres Mal umgestellt, versuche mich so basisch wie möglich zu ernähren und viel Gemüse zu essen. Hin und wieder gibt es aber auch Fleisch und Fisch, neuerdings sogar wieder laktosefreien Käse. Eigentlich wollte ich meinen Obstkonsum auch etwas einschränken, aber das klappt nicht so gut. Ich esse immer noch täglich Obst, schon zum Frühstück gibt es oft einen pürierten Apfel oder eine Banane. Na ja, solange es keine Obstberge werden, sind kleine Mengen Fruchtzucker vermutlich in Ordnung.

Ersatzprodukte für Fleisch

Viele Vegetarier und Veganer essen Ersatzprodukte, die den Geschmack von Fleisch vorgaukeln. Jeder soll machen und essen, was er möchte. Für mich kämen solche Produkte nicht infrage. Entweder verzichte ich komplett auf Fleisch und somit auf den Geschmack oder ich esse es in Maßen und nehme so noch die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe auf. Bei den Inhaltsstoffen in den Ersatzprodukten bezweifle ich den gesundheitlichen Nutzen, gesünder als echtes Fleisch kann das nicht sein, zumal fast überall Soja enthalten ist. Zu viel Soja ist, wie wir wissen, auch nicht wirklich gesund. Ich muss auch gestehen, dass ich kein Sojafan bin. Vor Jahren habe ich mir Sojaprodukte zum Probieren gekauft. Das waren Sojamilch, Sojaflocken und Sojamehl.

Die Sojamilch war so süß, da war jede Menge Zucker drin, das hatte ich vorher nicht gesehen. Wer denkt bei Milch auch an Zucker? Für mich war sie ungenießbar. Die Sojaflocken habe ich als Haferflockenersatz probiert. Sie hatten eine merkwürdige Konsistenz im Mund und waren irgendwie geschmacklos, hatten aber doch einen widerlichen Nachgeschmack, genau so, wie das Sojamehl roch. Zum Glück war davon nach dem Backen nichts mehr vorhanden, sodass ich es wenigstens aufbrauchen konnte. Aber noch einmal muss ich das nicht haben.

Jeder so, wie er will

Beim Thema Ernährung ist es wie in der Politik. Nur wenige können andere Ansichten akzeptieren und müssen anderen ihre Meinung aufschwatzen. Wenn das nicht klappt, hagelt es Beleidigungen. Da ist zumindest mein Eindruck, wenn ich mich in den sozialen Medien umschaue. Ich finde das einfach nur nervig. Jeder soll doch das Essen, was er möchte, ohne sich zu rechtfertigen. Das hat etwas mit Toleranz zu tun. Mindestens genauso lästig finde ich es, dass einem die Leute ständig ungefragt erzählen, was sie essen.

Wenn man sich über das Thema Ernährung unterhält, ist es in Ordnung zu erzählen, was man isst. Aber ich habe keine Lust mir permanent anzuhören, warum jemand etwas nicht isst und ich am Ende auch noch bekehrt werden soll. Stellt euch mal vor, ich würde durch die Straßen laufen und rufen: „Ich esse keinen Zucker, keine Gluten und keine Laktose!“ Und würde anschließend jedem einen Vortrag halten, der gerade Lebensmittel in der Hand hält, die nicht zu meiner Ernährungsweise passen. Das wäre anfangs vielleicht lustig, aber irgendwann auch nervig, oder? Deshalb soll jeder machen, was er will, anderen aber nichts aufzwingen!